Die Entführung der Amygdala (Schaubühne Berlin)
Die Entführung der Amygdala (Schaubühne Berlin)
DIE ENTFÜHRUNG DER AMYGDALA (Schaubühne Berlin)
Das neue Stück von Anna Gschnitzer nimmt den Ursprung der Wut über gesellschaftliche Erwartungen in den Blick. Zerrieben zwischen dem Multitasking von Job und Carearbeit erleidet die Ich-Erzählerin, gespielt von Ruth Rosenfeld, einen Verkehrsunfall. Die darauffolgende Amnesie lässt sie ihre Rolle als Mutter und Partnerin neu bewerten.
Auf der Suche nach einer neuen Existenz wird sie begleitet von einer mysteriösen Figur: ihrer Amygdala, die Region im Gehirn, die zuständig ist für die Regulation von Emotionen. Gemeinsam begeben sich beide an einen unbekannten Ort, an dem Bedeutungen verschoben, Erwartungen unbekannt und vorgeschriebene Emotionen völlig fremd sind.
Mit: Ruth Rosenfeld
Text: Anna Gschnitzer
Regie: Anika Stauch
Bühne und Kostüme: Felix Remme
Video und Sounddesign: Marie Liebig
Licht: Aljoscha Glodde
Dramaturgie: Elisa Leroy
Fotos: Marie Liebig
Premiere: 14. Oktober 2024
Schaubühne Berlin
Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk.
PRESSESTIMMEN:
Gschnitzer hat für ihr Stück eine spannende Perspektive gewählt: Was, wenn man einen Teil des limbischen Systems zur Sprache brächte, und dann auch noch denjenigen, der bei Frauen während und nach der Schwangerschaft eine wachsende Bedeutung erhält?
Berliner Morgenpost
Der Text beginnt mit einer langen Schimpftirade auf die Zustände, splittet sich dann auf in einen Dialog zwischen Figur und Amygdala (Amygdala ist die Gehirnverbindung, die für Angstzustände verantwortlich ist) und wird im letzten Teil extrem spannend, weil sich Gschnitzer ihrer Figur im Zustand der Amnesie annähert und deren Verhalten als 'erinnerungsloses Wesen' beschreibt.
taz
Diese feministische Versuchsanordnung endet mit der Utopie einer Liebe ohne Erschöpfung und Unterdrückung und einer Beziehung jenseits patriarchaler Strukturen. (...) Auch bei Männern, das verschweigt Anna Gschnitzer nicht, kann die Amygdala nach dem Vaterwerden extrem aktiv sein. Es kommt also auf die Einstellung an, nicht auf die Biologie.
RBB