Capri (DEA, Theater Dortmund)
Capri (DEA, Theater Dortmund)
CAPRI
Die Tochter betrachtet ihre Mutter auf einem Kindheitsfoto: Capri 1968, türkisfarbenes Meer hinter idyllischen Gärten und Selbstentfaltung. Der Verlag drängt die Tochter auf die Abgabe ihres neuen Romans. Entlang der vagen Idee, die Spuren dieses fremden, illusorischen Lebens schreibend bis in ihren Ursprung zu verfolgen und sich vielleicht sogar zu erholen, plant die Tochter einen herrlich-schrägen Roadtrip mit der pensionierten Mutter. Anna Gschnitzers Capri ist ein Panorama aus skurrilen und schmerzvollen Spielarten der Selbstliebe und -zerstörung und die berührende Begegnung zweier Generationen zwischen Autobahn, Orangenbäumen und Mutterschaft.
Autorin Anna Gschnitzer porträtiert in den Brüchen zwischen Mutter und Tochter die zarte wie schmerzvolle Nähe zweier Biografien und verwurzelt sie ineinander. Ihr Motiv dabei ist die Erschöpfung, die über ihre Körper hinausreicht und sich in Fragen von Macht und Freiheit widerspiegelt, die Töchter an die Leben ihrer Mütter stellen.
Jasmin Johann feiert mit Capri ihr Debüt als Regisseurin und entwirft einen zugleich sanften und vehementen Schlagabtausch zwischen den beiden Frauen. Am Schluss, als Mutter und Tochter die Nacht in einem „Null-Sterne-Betonklotz” an der Autobahn verbringen, erzählt die Mutter von Capri, dem Sehnsuchtsort ihrer Kindheit, den sie einmalig besucht hat, festgehalten auf einem Foto. Anna Gschnitzer verbindet die titelgebende Insel als Sehnsuchtsort mit den Frauen, für die Capri unerreichbar bleibt – zum Beispiel weil ihnen für die Reise bloß ein lädierter Renault zur Verfügung steht.
Mit: Fabienne-Deniz Hammer, Beatrice Masala, Lukas Beeler
Text: Anna Gschnitzer
Regie: Jasmin Johann
Ausstattung: Sandra Maria Kania
Video: Tobias Hoeft
Dramaturgie: Cosima Schubert
Theatervermittlung: Sarah Jasinszczak
Sprechtraining: Sybille Krobs-Rotter
Licht/Video: Markus Fuchs
Musik & Sounddesign: Katharina Datan
Ton: Robin Lockhart
Regieassistenz: Samuel Abendroth
Mitarbeit Ausstattung: Constanze Kriester
Inspizienz: Monika Gies-Hasmann
Soufflage: Fiona Holl
Regiehospitanz: Charlie Lutomski
Theater Dortmund
Premiere: 22. November 2025
Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk.
Pressestimmen:
„Unterhaltsam verknüpft Anna Gschnitzer in ‚Capri' die Erschöpfung privilegierter Frauen mit schlecht/unbezahlter Pflegearbeit. (…) dramatisch dichten 90-minütigen Produktion, die von den spielfreudigen Mimen und dem unterhaltsamen Text lebt."
Ruhr Nachrichten
„Die melancholische Erzählung von unerreichter Erfüllung strahlt in der Inszenierung mit schräger Komik und trotzigem Optimismus."
Westfälischer Anzeiger
„(…) den vielschichtigen, klug und witzig gewebten Text (…). Beinahe comedyhaft anmutende Monologe und manchmal poetische Selbstreflexionen wechseln sich ab mit geschliffenen Dialogen."
Ars tremonia